Leitidee
Die Herausforderungen der heutigen Zeit und vor allem die der Zukunft benötigen eine neue Sicht auf die Führung. Doch auch neue, auf einem horizontalen Verständnis aufgebaute Führungskonzepte, sind nicht immer erfolgreich, weil die damit auch verbundene Autoritätsfrage nicht gestellt wird. Damit eine neue Autorität in der Führung wirksam werden kann, braucht es eine individuelle, strukturelle und kulturelle Transformation. Hier setzt die Haltung und die Theorie der Transformativen Autorität an: sie lehnt Autorität nicht ab, weil Führung ohne Autorität keine Wirkung erzielt. Stattdessen transformiert sie unter anderem das Prinzip der Kontrolle in Vertrauen – ohne in einen Laissez-faire-Führungsstil abzugleiten.
Die Transformative Autorität in der Führung ist eine Haltung, die Autorität von Unterordnung und Gehorsam entkoppelt und auf einen gewaltfreien, aber robusten Ansatz der Konfliktbearbeitung setzt. Mit der Haltung der Transformativen Autorität können wir es schaffen, Menschen in eine neue Form der Zusammenarbeit und Co-Führung zu führen, so dass gemeinsame Ziele erreicht werden.
Das Konzept der „Neuen Autorität‘ wurde von Prof. Haim Omer (Uni Tel-Aviv) begründet und gemeinsam mit Prof. Arist von Schlippe (Uni Witten/Herdecke) für pädagogische Kontexte weiterentwickelt. Durch Frank Baumann-Habersacks Buch ‚Mit transformativer Autorität in Führung: Die Führungshaltung für das 21. Jahrhundert‘ (3. Auflage, 20121) welches die Haltung und das Konzept erstmalig systematisch auf den Führungskontext übertragen hat und durch seine wissenschaftliche Arbeit zur Theoriebildung wird der Begriff „Transformative Autorität“ in Organisationskontexten immer bekannter.