c/o Hans-Böckler-Schule, Lobeckstr. 76, 10969 Berlin

Pläne schmieden gegen Gewalt

Leitidee des Projektes

Immer mehr Schüler werden von Lehrern als (mehrfach-)auffällig und aggressiv bezeichnet. Dabei handelt es sich nicht nur um auffälliges Sozial-, Lern- und Arbeitsverhalten, sondern vor allem um die Verbreitung von Aggression und Gewalt an Berliner Schulen.
Eine steigende Zahl dieser Kinder und Jugendlichen (entlang der verschiedenen Schultypen) geraten in eine Spirale von Schulschwänzen, Schulverweigerung, Ausbildungsabbruch, Integrations- und Selbstausgrenzung sowie Gewalt und Kriminalität. Diese jungen Menschen fordern nicht nur Lehrpersonen, sondern auch die Fachkräfte der Jugendhilfe, Polizei und Justiz heraus. Die Mehrzahl der von ihnen macht die Erfahrung, dass „herkömmliche“ Mittel – wie schulische „Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen“ sowie polizeiliche/juristische Sanktionen alleine heute keine wirksamen Handlungskonzepte sind, um die zunehmende Gewaltbereitschaft dieser jungen Menschen in den Griff zu bekommen.

Das Projekt richtete sich insbesondere an Lehrkräfte und SchulleiterInnen der Berliner Schule sowie Fach- und Leitungskräfte aus den Bereichen Jugendhilfe, Polizei und Justiz, die mit auffällig und straffällig gewordenen Kindern und Jugendlichen befasst sind. Die mit über 100 TeilnehmerInnen völlig überfüllte Veranstaltung in der Lehrschmiede der Hans-Böckler-Schule am 11.06.2004 belegte eindrucksvoll, dass alle an der Jugendkriminalprävention beteiligten Akteure nach Wegen suchen, wie auf das auffällige und deviante Verhalten von Kindern und Jugendlichen wirksam und nachhaltig reagiert werden kann.

Das Projekt wurde durch die Friedrich-Ebert-Stiftung und dem Weissen Ring e.V. unterstützt.

Ziele

Pläne gegen Gewalt          Teilnehmer           Teilnehmer           Teilnehmer

Ergebnisse und Perspektiven

Neben der Präsentation unseres Interventionskonzeptes berichteten in Form von Impulsreferaten folgende Referenten/-innen zur Notwendigkeit von Maßnahmen, die Schule, Jugendhilfe und Polizei gemeinsam zur Prävention von Kinder- und Jugenddelinquenz durchführen.

  • Bettina Schubert,
    Referentin für Gewaltprävention bei der Senatsverwaltung
    für Bildung, Jugend und Sport
  • Winfried Roll,
    Kriminaldirektor beim Landeskriminalamt Berlin
    Stab 4, Prävention)
  • Marius Fiedler,
    Leiter der Jugendstrafanstalt Berlin

Bei allen Unterschieden, die die beteiligten Akteure aus den Bereichen Schule, Jugendhilfe, Polizei und Justiz in Bezug auf die Umsetzung gewaltpräventiver Projekte und Maßnahmen haben, bestand Einigkeit in folgenden Punkten:

  1. Gewalt- und kriminalpräventive Arbeit ist nur wirkungsvoll, wenn sie gemeinsam geplant und durchgeführt wird.
  2. Die Chancen gewaltpräventiven Handelns zwischen Schule, Jugendhilfe, Polizei und Justiz im Umgang mit Intensivtätern sind bisher nur in Teilen sichtbar, ihre Möglichkeiten bei weitem noch nicht ausgeschöpft.
  3. Die Institutionen, die mit auffällig und straffällig gewordenen Kindern und Jugendlichen befasst sind, sollten daher ihre unterschiedlichen Möglichkeiten, ihre beruflichen Erfahrungen und ihr jeweiliges Handlungswissen wirkungsvoller aufeinander abstimmen und ergänzen, um eine Optimierung ihrer Präventionsarbeit sicherzustellen.
  4. Unter diesen Aspekten wurde das vorgestellte Interventionskonzept, insbesondere aus der Sicht der Polizei und Justiz als vielversprechend und tauglich beurteilt, weil es Qualitätsstandards beinhaltet, die bereits seine Wirkung bei der Behandlung von jungen Straftätern im Rahmen von Maßnahmen nach § 10 JGG (z.B. sozialen Trainingskurse) nachgewiesen hat.
  5. Die Polizeiführung ist daher bereit, das Interventionskonzept aktiv zu unterstützen, indem sie die notwendigen Ressourcen zur Durchführung des Programms zur Verfügung stellt.
  6. Konsens bestand darin, dass an der Realisierung des vorliegenden Interventionskonzeptes weitergearbeitet werden sollte. Geplant ist daher, dass eine gemeinsame, interdisziplinär besetzte Arbeitsgruppe "Koordination" eingerichtet werden soll.

Das Interventionsprogramm kann als PDF (84 KB) heruntergelanden werden.